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Steuer FirmaMit dem Jahreswechsel ist Neujahr das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens in Kraft getreten. Seitens des Bundesfinanzministeriums wird dieses Gesetz hoch gelobt, da dadurch die Erstellung der Steuererklärungen einfacher und schneller vonstatten gehen soll.

Kernpunkt des Gesetzes ist, dass künftig die steuerpflichtigen Bürger ihre Daten über das elektronische Steuertool “Elster” jederzeit vollständig online verwalten können.

Gleichzeitig bietet das Finanzamt eine vorausgefüllte Steuererklärung an, d. h. Sie überprüfen im Elster-Tool die vom Finanzamt vorausgefüllten Daten und müssen diese nur noch bestätigen oder ggf. berichtigen und dann der Finanzverwaltung elektronisch übermitteln.

Dadurch soll die Bearbeitungszeit beim Finanzamt insgesamt verkürzt werden und entsprechende Nachzahlungen oder Erstattungen sollen schneller abgewickelt werden.

Dieser Teilbereich des Modernisierungsgesetz richtet sich an Arbeitnehmer und Ruheständler. Unternehmer können hiervon nicht betroffen sein, da die Finanzverwaltung in der Regel nicht über die genauen Angaben zur Höhe der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben verfügt, so dass Gewinne etc. nicht vom Finanzamt vorausgefüllt werden können. Aus informierten Kreisen aus der Finanzverwaltung ist zudem zu vernehmen, dass der Gesetzgeber plant, dass in naher Zukunft, wahrscheinlich 2022, die Steuerpflichtigen anstelle einer vorausgefüllten Steuererklärung künftig vom Finanzamt direkt einen Steuerbescheid bekommen, ohne dass Angaben von Ihnen getätigt wurden.

Unternehmer sind in diesem Bereich schon wesentlich weiter, da sie durch die sogenannte E-Bilanz, EÜR, Kassenrichtlinie und GoBD (bitte achten Sie auf unsere kommenden Newsletter) vollständig durchreguliert sind. Unternehmer müssen ihre Steuererklärung, aufgrund gesetzlichen Zwangs seit Jahren schon elektronisch übermitteln.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Bei einer vorausgefüllten Steuererklärung müssen Sie alle Daten prüfen. Sollten Sie dies nicht akribisch durchführen, sind später Fehler zu Ihren Lasten nicht mehr änderbar.

Erhalten Sie in Zukunft einmal nur einen Steuerbescheid, ohne etwas selbst dafür getan zu haben und finden Fehler zu Ihren Lasten nicht, ist dies nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist nicht mehr änderbar.

So werden Sie künftig immer mehr in das Risiko gedrängt werden, entsprechende Fehler zu finden. Hierbei wird billigend durch die Finanzverwaltung in Kauf genommen, dass Sie durch die komplizierten und vielen verschiedenen Gesetze nicht durchblicken sowie den Erläuterungen im Steuerbescheid verständlicherweise nicht folgen können. So entsteht für Sie das Risiko, ggf. ungewollt und ungerechtfertigt zu einer Erhöhung der Steuereinnahmen beizutragen.

Sollten Sie Fragen hierzu haben, stehen wir Ihnen zur Verfügung.

 

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