Fotolia 400_F_60474723_UcJfsdg49Xd1N4cMJnZwCZ2ZgCj4FKaZHeute: Urlaubsaufwendungen werden bei Unternehmern umsatzsteuerpflichtig

Zum 30.06.2013 wurde der Ort der Leistungen bei langfristigen Vermietungen von Beförderungsmitteln geändert. Diese Änderung wurde EU-weit vorgenommen, da hier vornehmlich die Umsatzbesteuerung von Leasing-PKW’s geregelt werden sollte.

Diese Regelungen, die wir der Einfachheit halber nicht weiter ausführen wollen, führen jedoch dazu, dass bei Urlaubsreisen außerhalb der EU in Deutschland die Umsatzsteuer anfallen könnte. Wann dies Ihnen drohen würde, wollen wir im Folgenden erläutern.

Es gibt immer mehr Urlauber, die ihre Reise individuell planen und buchen. So werden typischerweise Wohnmobile für mehr als 30 Tage in Nordamerika, Australien oder Neuseeland selbst im Internet direkt vor Ort gebucht.

Sollten Sie bei der Buchung Ihres Urlaubes vergessen haben, dass Sie umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer sind (wir glauben, das vergisst jeder aus verständlichen Gründen), werden Sie im sogenannten Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG Steuerschuldner für die ausgeführte Leistung.

Was heißt denn das?

Normalerweise müsste beispielsweise der Wohnmobilvermieter (Unternehmer) aus Los Angeles/USA für die Wohnmobilvermietung an Sie (ebenfalls Unternehmer) zur Nutzung des Wohnmobils in den USA in Deutschland eine Umsatzsteuererklärung abgeben und den Umsatz hier versteuern!

Da dies aus wohl verständlichen Gründen nicht zu erwarten ist, hat Europa das Reverse-Charge-Verfahren eingeführt.

Dadurch müssen Sie in Deutschland, Sie sind ja hier ein Unternehmer, die Vermietungsleistung des Wohnmobilvermieters in Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung deklarieren und die entsprechende Umsatzsteuer auf diese Leistung abführen. Da es sich aber um eine private und nicht um eine unternehmerische Leistung handelt, können Sie keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Diesen Sachverhalt möchten wir noch einmal als Beispiel verdeutlichen:

Sie mieten bei einem Wohnmobilvermieter in Los Angeles/USA ein Wohnmobil für einen Zeitraum von 6 Wochen. Sie bezahlen Ihr Wohnmobil direkt vor Ort in Los Angeles, nutzen es für die 6 Wochen und fliegen wieder zurück nach Hause. Hier angekommen, rechnen Sie den Mietpreis für das Wohnmobil in € um, z. B. 5.000 €, und melden den Umsatz in Ihrer nächsten Umsatzsteuervoranmeldung an und führen die entsprechende 19-prozentige Umsatzsteuer in Höhe von 950 € an das Finanzamt ab. So haben Sie als Steuerbürger maßgeblich zur Entlastung des Staatshaushaltes beigetragen.

Verhindern können Sie dies nur, indem Ihr nicht unternehmerisch tätiger Ehegatte/Lebens­partner/Reisegefährte die Reise bucht, denn Mitfahren dürfen Sie auch ohne Zahlung der Umsatzsteuer. Oder Sie nutzen die Dienste des Reisebüros Ihres Vertrauens.

Alternativ hierzu können wir Ihnen anbieten, Ihre Umsatzsteuer zu übernehmen und für Sie in den Urlaub zu fliegen 🙂.

Ob der Gesetzgeber diese für ihn doch so positive Steuerlücke schließen wird, bleibt abzuwarten.