FinanzamtDie verspätete oder fehlerhafte Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen erfolgt in der Regel nicht mit der Absicht, Steuern zu hinterziehen. Vielen Mandanten ist jedoch nicht klar, dass sie die Grenze zur Steuerhinterziehung bzw. zur leichtfertigen Steuerverkürzung auch dann überschreiten können, wenn sie gar nicht mit Verkürzungsabsicht gehandelt haben. Denn bereits der sog. Eventualvorsatz reicht aus, um eine Steuerhinterziehung zu begehen.

Ist die Umsatzsteuervoranmeldung nur aufgrund von Tipp- oder Rechenfehlern oder ähnlichen Büroversehen fehlerhaft, sollte auf einfache Fahrlässigkeit „plädiert“ werden. Einfache Fahrlässigkeit führt zu keinerlei Sanktionen, soweit die fehlerhafte Umsatzsteuervoranmeldung nach Kenntnis ihrer Unregelmäßigkeit berichtigt wird (§ 153 AO). Unterbleibt diese Berichtigung, entsteht eine Steuerhinterziehung durch Unterlassung.

Da die verspätete Abgabe einer Umsatzsteuervoranmeldung regelmäßig als Steuerhinterziehung (auf Zeit) gewertet wird, sollte der pünktlichen Abgabe eine noch höhere Priorität als in der Vergangenheit eingeräumt werden.