SteuernGeschäfte zwischen nahen Angehörigen werden immer beliebter, da sie einerseits unkompliziert und praktisch sind, andererseits bei richtiger Ausgestaltung enorme Sparchancen bieten.

Schriftliche Verträge sind zwar nicht immer Pflicht, werden von uns aber bei allen Geschäften zwischen nahen Angehörigen empfohlen, da ansonsten aus

Beweisgründen in einem Streit mit dem Finanzamt die gewollte Vereinbarung mangels Schriftform nicht nachgewiesen werden kann. Die Vereinbarungen des Vertrages müssen auch tatsächlich durchgeführt werden und in gewissem Rahmen dem sogenannten Fremdvergleich entsprechen.

Mietverträge

Mietverträge mit Familienangehörigen müssen genauso ausgestaltet sein wie mit fremden Dritten. Hier müssen besonders die Angaben wie Objekt, Dauer des Mietverhältnisses, Mietzins, Betriebskosten, Kündigungsfristen etc. enthalten sein. Sollten Sie verbilligt an Ihre Angehörigen vermieten, muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Höhe der Miete mindestens 66 % des ortsüblichen Preisniveaus erreicht. Werden die 66 % nicht erreicht, sind die Werbungskosten nur anteilig zu berücksichtigen.

Praxistipp: Vermieten Sie in Großstädten verbilligt, muss in kurzen Intervallen der Mietpreis überprüft werden, da die Mieten hier extrem stark ansteigen. (Mietspiegel der Stadt / Gemeinde)

Arbeitsverträge

Oft arbeiten Ehegatten im Betrieb mit. Ist diese Tätigkeit im Rahmen eines Minijobs ausgestaltet (Grenze z. Zt. max. 450,00 € mtl; Achtung: neue Rentenversicherungspflicht), lässt sich eine Steuerersparnis erzielen. Der Arbeitgeber führt zusätzlich zum gezahlten Gehalt 30 % der Gehaltshöhe als pauschale Abgabe ab. Der Minijobber/Ehegatte muss aufgrund dessen das Gehalt in der Steuererklärung nicht deklarieren. Ist Ihr persönlicher Steuersatz somit über 30 %, sparen Sie entsprechende Steuerbeträge. Bitte beachten Sie, dass die Leistung im Betrieb durch den Minijobber/ Ehegatten plausibel belegt werden muss. Ansonsten ist der Betriebsausgabenabzug gefährdet.

Bitte beachten Sie auch den Artikel Minijobfalle – Mindestlohn

Darlehensverträge

Hierbei müssen im Vertrag die allgemeinen Dinge wie Laufzeit, Zinshöhe, Tilgung und ggf. Absicherungen geklärt sein. Auch hier lassen sich positive Wirkungen erzielen, wenn das Darlehen z. B. von den Eltern, die schon im Ruhestand sind und einen relativ geringen Steuersatz haben, dem Betriebsinhaber mit hohem Steuersatz gewährt wird.

Die Zinserträge aus diesem Darlehen unterliegen beim Darlehensgeber nicht der Abgeltungssteuer. Die Zinserträge sind mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn die Zinsaufwendungen beim Darlehensnehmer Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind.

Mit bislang nicht veröffentlichen BFH-Urteil vom 29.04.2014 räumt der BFH ein, dass bei solchen Darlehensverträgen doch der günstigere Abgeltungsteuersatz anzuwenden ist. Dies wendet die Finanzverwaltung zur Zeit nicht an. Bitte sprechen Sie uns diesbezüglich bei Fragen an.